Niedrigenergiehaus

Eckdaten

  • Einfamilienhaus, Baujahr 1995
  • 150m2 Wohnnutzfläche
  • 15 m2 zweigeschoßiger Wintergarten
  • 27 m2 thermische Solaranlage – aktive Solarenergie
  • 3.000l Solar Schichtpufferspeicher
  • Passive Solarenergie durch Wintergarten – im Sommer wird die überschüssige Energie am Hitzestaupunkt des Wintergartens abgelüftet
  • Energieabdeckung in Kernwinterzeit durch Gastherme
  • Jährlicher Energiebedarf Gas: ca.  5.300 kWh/a,  d.s. 36 kWh/m2/a
  • Jährlicher Energiebedarf Strom: ca. 4.000 kWh/a  d.s. 27 kWh/m2/a
  • Zweischaliges Mauerwerk
    • 25cm Innenschale
    • 12 cm Dämmung
    • 14 cm hinterlüfter Vorsatzschale
  • Innenschale dient als Speichermasse für den passiven Solarenergieertrag durch den Wintergarten
  • Wärmedurchgangskoeffizient ca. 0,25 W/(m2*K)
  • Vorgesetzter Schwimmteich verstärkt die Sonnenenergienutzung durch Reflexion in den Wohnbereich in der Heizperiode durch die flach stehende Sonne
  • 34 cm Dachgeschoßdämmung mit Zellstoff
  • 40 cm oberste Geschoßdämmung
  • Niedertemperatur Flächenheizungen
    • Wandheizung im Wohnbereich
    • Fußbodenheizungen im Verkehrsbereich und in den Bädern
  • Vorlauftemperatur/Außentemperatur: 37°/-15°; 25°/+12°
  • Warmwasserbereitung durch 100l Doppelmantelboiler
    • Vorerwärmung durch solarthermisches Warmwasser je nach Energieniveau
    • Resterwärmung auf Warmwassertemperatur durch herkömmlichen Energieträger

Projektbeschreibung

Bestand

Das durch den Umweltpreises des Landes NÖ prämiert Haus wurde im Jahr 1995 mit einer speziellen, nicht handeslüblichen Steuerung ausgerüstet, wobei ein weiterer Betrieb nach 25 Jahren Laufzeit mangels verfügbaren Ersatzteilen sehr risikoreich war.

Kernfunktionen der Bestandssteuerung

Komplettes Warmwasser und Raumtemperaturmanagement. Kernstück ist ein Schichtlade- und Entladesystem des Puffers über zwei 5-Wege-Ventile. Zusätzliche automatische Sommerlüftung des Wintergartens über Dachflächenfenster.

Anforderungen an das Ersatzsystem

Ziel des neuen Haustechniksystems war es einerseits die gesamte Funktionalität des Bestandssystems abzubilden. Zusätzlich war es eine Anforderungen die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen im Bereich Smart Home nutzen zu können. Die Wahl fiel auf das System von LOXONE, dass durch die freie Programmierbarkeit die Spezifikas des Hydraulikschemas abbilden als auch die Funktionen von Smart Home erfüllen kann.

Gedeckter Esstisch, Wohnzimmer und Wintergarten eines Niedrigenergiehauses mit Smart Home Steuerung

Hydraulikschema

Solaretrag

Der Solaretrag dient je nach Anforderung, Status  und Jahreszeit zur

  1. Schichtladung des Puffers
  2. Ladung des Warmwasserboilers
  3. Deckung der Heizanforderung

Der solare Überschuss im Sommer wird während des Solarertrages und in der Nacht abhängig von der Wettervorhersage  in einem Aufenthaltsraum im Keller vernichtet.

Pufferschichtladung

Das Wasser schichtet abfallend von oben nach unten vom wärmeren zum  kälteren Niveau durch Schwerkraft. Abhängig vom Temperaturniveau am Sensor (TL) dreht das untere 5-Wege Ventil (Ladeventil) in die  Position passend zum Temperaturniveau im Puffer von TP1 bis TP4.  Dies bei Solaretrag als auch Rücklauf Heizung und Warmwasserbereitung aus Puffer.

Pufferentladung

Je nach Energieanforderung wird der Warmwasser Boiler und die Heizanforderung primär durch den Schichtladepuffer gedeckt. Die Entnahme erfolgt je nach angefordertem Temperaturniveau durch das korrekt eingedrehte, obere 5-Wege-Ventil (Entladeventil). Erst nachdem das angeforderte Temperaturniveau durch den Puffer nicht mehr geliefert werden kann kommt die Gastherme zum Einsatz.

Zusätzliche Funktionen

  • Selbstlernende Raumtemperaturregelung
  • Temperaturtimer (Absenkung, Erhöhter Wärmebedarf, Tiefabsenkung etc.)
  • Warmwasserminimaltemperaturbereitung begrenzt  durch das im Puffer verfügbare Temperaturinveau
  • Legionellenschaltung
  • Turbo-Warmwasser-Bereitung

Wintergartensteuerung

Im Sommer werden alle drei Dachflächenfenster am Hitzestaupunkt des Wintergartens automatisch geöffnet. Kriterium ist das Temperaturniveau im Wintergarten. Im Hochsommer öffnen sich die Fenster zur Kühlung des Hauses  und bei Voraussage eines heißen Tages bereits bei Morgendämmerung. Bei Unterschreiten eines definierten Temperaturniveaus und Regen schließen sich die Fenster automatisch.

Intgrierbare Funktionen

Auch ältere Wohnhäuser, die noch nicht für Smart Home verrohrt/vorbereitet sind lassen sich mit folgenden Funktionen auf Basis von Funktechnologie erweitern.

  • Überwachungssystem
  • automatische,  sonnengeführte Rollos
  • Saunasteuerung
  • Rollos
  • etc.

Graphische Benutzeroberfläche

Sämtliche Funktionen sind über Tablet, PC oder APP, auch per Internet, je nach Benutzerrechten bedienbar.